Anthropozän, Spätkapitalismus, Letzte Generation –
das frühe 21.Jahrhundert ist von ökologischen,
sozialen und technologischen Umbrüchen geprägt.
Im Projekt übersetzen wir Besonderheiten unserer aktuellen Epoche in interaktive Erlebnisse. Das individuelle Thema ist ebenso wie die Gestaltungsmittel frei wählbar.
Niklas Rehner: Künstliche Beleuchtung
Künstliches Licht verlängert die Zeit, es bedeutet Unabhängigkeit
und Freiheit. Die elektronische Beleuchtung revolutionierte den Arbeitsmarkt, es war
nun Schicht- und Nachtarbeit möglich. Die Straßen wurden zum
nächtlichen Lebensraum und der private Haushalt steht dem
Menschen rund um die Uhr zur Verfügung. Der Mensch wurde
durch künstliches Licht effizienter und produktiver.
Paula Zodel: Feminismus
Zitat Scheich Faisal aus Katar : „Vor dir liegt eine
unverpackte Süßigkeit, du weißt nicht, ob sie jemand berührt oder
reingebissen hat, und eine verpackte. Welche nimmst du?“ Dargestellt wird der ungleiche Wert von Männern und Frauen.
Die Waage als Symbol für ein veraltetes System. Die Zuckerzange
stellt eine einschränkende und hinderliche Tradition dar.
Die Bonbons sind ein lächerlicher Versuch, das feste Gewicht auf der
Gegenseite aufzuwiegen.
Ole J. Roth: Filterbubble
Filter Bubble beschreibt die Auslese von Informationen mit Hilfe von Algo-
rithmen. Basierend auf Standort, Suchverlauf und Klickverhalten werden online Informationen auf den Nutzer angepasst. Folge ist eine Isolation gegenüber „irrelevanten“ Daten - Informationen , die nicht der eigenen Meinung entsprechen.
Pia Gaiser: Google Maps und die Kartografierung der Welt
Dank GPS und Navis ist es heute einfacher denn je, seinen Weg zu
finden. Doch dabei verlernen wir auch, uns selbst zu orientieren.
Im Gegensatz zu analogen Karten führen digitale Karten zu einer
Ich-Kartographie, in der der Nutzende zum Mittelpunkt der Welt
wird. Das Murmelspiel macht dieses Phänomen erfahrbar. Die begrenzte
Sicht und der Aufbau der Karte um den Kopf herum erschweren
den Erfolg.
Tristan Baar: Technosphäre
"Technosphäre" beschreibt die vom Menschen beeinflusste Erdoberfläche und die sich auf der Erde befindenden vom Menschen geschaffenen Materialien. Es sind technologisch
komplexe Strukturen, die den Fluss an Energie, Information und
Materialen in jeweiliger Infrastruktur ermöglichen.
Produkte der Technosphäre machen das Lebensfeindliche
bewohnbar – verhalten sich aber wie Fremdkörper in der Natur.
Harika Lehman: Welt aus Plastik
Seit Beginn der Massenproduktion von Plastik wurden inzwischen
über 8 Milliarden Tonnen hergestellt, davon die Hälfte in
den letzten 10 Jahren. Weniger als 10% des Kunststoffes werden recycelt und etwa
20% verbrannt. Der Rest des produzierten Plastiks existiert heute
noch auf Mülldeponien oder in unserer Umwelt. Inzwischen finden wir Plastikmüll überall, vom Mount Everest bis zum Marianengraben. Jedes Jahr landen etwa 10 Millio-
nen Tonnen Kunststoff allein in den Ozeanen. In Binnengewässern
sind es mehr als 10-mal so viel. Wie wollen wir damit
umgehen?
Korinna Rennefeld: KIPP
Der Ressourcenverbrauch und Ressourcendefizit werden durch den
Erdüberlastungstag veranschaulicht. Er markiert den Tag im laufenden Jahr, an dem die menschliche Nachfrage nach nachwachsenden Ressourcen das Angebot
und die Reproduktionsfähigkeit dieser Ressourcen übersteigt. Bei gleichbleibender Entwicklung werden wir im Jahr 2050 von
einem Verbrauch von zwei Erden sprechen.
Teilnehmer_innen: Johann-Friedrich Attula, Tristan Baar, Tobias Claus, Pia Gaiser, Wenke Kern, Daniela Kirschner, Harika Lehman, Isabell Loskant, Niklas Rehner, Korinna Rennefeld, Ole Roth, Emma Sattler, Carola Spadaro, Lea Teßmann, Moritz Wehr, Lilly Wülfing, Jiwen Yang, Luisa Zindler, Paula Zodel






