Das winterliche Heim auf 25 Grad hochzuballern ist heute nicht aufwendiger als chillige 18 Grad einzustellen. Kraft- und Zeitaufaufwand zum Steuern eines 2-Tonnen SUVs unterscheidet sich kaum vom Lenken eines Fahrrads. Ein kleiner Punkt mit dem Pinsel oder eine ganzer Farbeimer auf der Leinwand – in Photoshop beides nur ein Klick.
Menschen zeichnen sich neben kognitiven Fähigkeiten vor allem durch ihre feinmotorischen Fertigkeiten aus. Nicht die Bedeutung sondern die Art unserer manuellen Tätigkeiten hat sich dabei über die letzten Jahrhunderte gewandelt. Verändert wurde das Verhältnis zwischen menschlicher Aktion und dessen Wirkung.
Bearbeiteten wir über Jahrtausende Stoffe direkt und manuell wurde mit Apparaten, Maschinen und schließlich Geräten die Übersetzung zunehmend komplexer. Das ausgereizte Spektrum motorischer Aktionen verschiebt sich und wird monotoner.
Ob Heizung, Waschmaschine oder Leuchte: Heute spielt es keine Rolle mehr, welche Kräfte gesteuert werden. Ob wir Wärme, Bewegung oder Spannung regeln, die Steuerungsmechanismen bleiben gleich.
Die gewonnene Effizienz im Kraft- und Zeitaufwand steht im Kontrast zur damit motivierten Verschwendung von Ressourcen. Zugleich wird das Spektrum möglicher Interaktionen auf wenige Formen standardisiert und die Qualität haptischer Erfahrungen minimiert.
Das wollten wir ändern und Interaktionen eine ihrer Wirkung entsprechende Bedeutung zurückgeben.
FLOW von Isabelle Weniger
Flow ist eine gestengesteuerte Tischleuchte, die sich spielerisch mit dem Thema Energieübertragung auseinandersetzt.
Als Inspiration diente das Bild von im Boden versickerndem Wasser. Um die Leuchte einzuschalten, muss der Leuchte Energie zugefügt werden, welche sich mit der Zeit verbraucht und in der Leuchte versickert. Die Helligkeit lässt sich regulieren, indem jederzeit neue Energie zugefügt werden kann. Für das Ausschalten des Lichts wird die Leuchte umgekippt, als würde man Wasser aus einer Schale gießen und greift somit erneut das Bild der flüssigen Energie auf.


